Das neue Schmerzverständnis

Das Bewusstsein, dass Muskelverkürzungen Auslöser für viele Schmerzzustände im Körper sind und durch eine entsprechende Therapie beseitigt werden können, ist noch kaum verbreitet. Doch selbst wenn diese Erkenntnis bereits gereift ist, stellt sich die Frage nach der Lösung.


Ein neues Schmerzverständnis
Schmerzen können mit Golgi in einer oder einigen wenigen Sitzungen maßgeblich reduziert oder sogar ganz gelöst werden. Unabhängig davon, ob Schädigungen vorliegen oder nicht. Das bedeutet, dass Schmerzen oft nicht durch geschädigte
Strukturen entstehen. Es muss sich um eine andere Art von Schmerzen handeln.


Die Sprache des Körpers – Warnschmerzen

Die einzig logische Erklärung sind Warnschmerzen. Dies macht zugleich alle Behandlungserfolge von Golgi nachvollziehbar. Dieser Schmerz warnt vor drohender Schädigung des Bewegungsapparates. Diese Warnung geschieht meistens lange vor einer tatsächlich eintretenden Schädigung.

Der Körper sendet uns also Warnschmerzen, damit wir verstehen, dass unser Verhalten falsch ist. Es ist – an sich – ein wirksamer Mechanismus, Schädigungen zu vermeiden.

Bei dauerhaftem Ignorieren bzw. Ausblenden dieser Warnung bzw. des Warnschmerzes, z. B. durch Schmerzmittel, kann es schließlich doch zur Schädigung kommen.


Die Ursachen für Schmerzen und Verschleiß
Die Hauptursachen für die Warnschmerzen und später auchfür Verschl eiß sind mangelnde Bewegung, einseitige Bewegungen und Fehlhaltungen. Denn diese führen zu Muskelverkürzungen, zu Druck, Fehlspannungen und Fehlbelastung der Gelenke und der Wirbelsäule. Auch können kristalline Ablagerungen entstehen. Es drohen somit Knorpelverschleiß und Bandscheibenschädigungen.

Mit anderen Worten: Mit unserer täglichen Bewegungsarmut handeln wir unserer Veranlagung zuwider. Wir brauchen vielfältige Bewegung statt uns zu schonen. Gesundes Fordern erhält und stärkt die Struktur, Unterfordern schwächt sie.


Schlechte Ernährung, Umwelteinfüsse und psychische Faktoren
Verstärkt werden die oben beschriebenen Tendenzen noch durch schlechte Ernährung, Umweltein üsse und psychische Faktoren, wie z.B. Stress. Der Muskeltonus wird erhöht, die Verspannung verstärkt. Ablagerungen bilden sich.

Insgesamt wird eine Negativspirale in Gang gesetzt, die das persönliche Wohlbe nden sowie die Lebensfreude massiv beeinträchtigt.

Gemeinsam mit anderen Maßnahmen (Ernährungs- und Lebensumstellung) bietet Golgi einen sehr wirksamen Ausweg aus dieser Situation.

Verkürzte Muskulatur und verklebte Faszien erzeugen Druck und Schmerz
Mit der obigen schematischen Grafik möchten wir die Systematik der Warnschmerzen und deren Ursachen veranschaulichen. Hierbei soll uns eine kleine Analogie, nämlich Mörser und Stößel helfen.

  1. Wir füllen die sonst zu zerreibenden Zutaten in unseren Mörser. Wird der Stößel nun in den Mörser gestellt und dort bewegt, ohne Druck auszuüben, bleiben die Zutaten ganz. Zum Zerreiben der Zutaten müsste Druck auf den Stößel ausgeübt werden.

  2. Nun machen wir aus dem Mörser eine Gelenkpfanne und aus dem Stößel einen Knochen, der in der Pfanne ruht. Unsere Zutaten verwandeln sich in die Knorpelschicht auf beiden Seiten. Den Stößel bewegen in unserem Beispiel nun Bizeps und Trizeps. Nur in ausbalanciertem Gleichgewicht kann der Knochen problemlos in der Pfanne bewegt werden, ohne Schädigungen herbeizuführen.

  3. Zöge der Bizeps, ohne dass der Trizeps der Anforderung entsprechend nachgäbe, so entstünde zwangsläufig eine Bewegung mit steigendem Druck auf die Gelenkpfanne. Die Folge wäre neben dem Warnschmerz eine sukzessive Knorpelzerstörung. Dank unseren regenerativen Kräften kann sich dieser Prozess lange hinziehen. Um bei unveränderter Situation auf den unausweichlichen Verlust des Knorpels hinzuweisen, schaltet der Körper in dem Moment einen Schmerz, in dem die Regenerationskräfte nicht mehr ausreichen, die Gewebeschäden zu regenerieren. Dabei wird der Warnschmerz in den Agonisten, den aktiven Muskel – in unserem Beispiel der Bizeps – geschaltet. Der aufkommende Schmerz verhindert somit die schädliche Bewegung.

Somit erklärt sich die Funktion der Warnschmerzen:
Der Bewegungsapparat soll geschützt werden.

Beispielsweise bedeutet dies:

  • Kopfschmerz schützt die Halswirbelsäule.
  • Trigeminusneuralgie schützt das Kiefergelenk.
  • Knieschmerzen schützen das Kniegelenk.

Alle Schmerzen schützen eine Struktur, die der Bewegung bzw. dem Überleben dient.

Es werden so auch Schmerzen ohne Schädigung „logisch“ erklärbar:
Gelenke gehen nicht aufgrund hoher Laufleistung oder Arbeitsbelastung kaputt, sondern aufgrund von Fehlbelastung. Ebenso lässt sich erklären, wieso junge Menschen aufgrund von Bewegungsarmut bzw. einseitiger Bewegung bereits Schmerzen haben und fitte Senioren völlig schmerzfrei sein können.

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